Was soll man zum Winterwandern anziehen? » Tipps & Infos
01/26

Frische, kalte Luft, verschneite Landschaften und das gleichmässige Knirschen unter den Füssen: Winterwandern ist eine besondere Form des Naturerlebens. Aber wer sich bei frostigen Temperaturen auf den Weg macht, sollte nicht einfach zur dicksten Jacke im Schrank greifen. Entscheidend ist vielmehr ein durchdachter Lagenlook, auch bekannt als Zwiebelprinzip. Denn gerade beim Wandern – mit dem Wechselspiel aus Bewegung, Pausen, Sonne, Wind und Schneeschauern – ist es wichtig, dass deine Kleidung alles mitmacht. Und das tut sie am besten in mehreren funktionellen Schichten, die sich je nach Situation anpassen lassen.
Das Zwiebelprinzip ist essentiell
Das sogenannte Zwiebelprinzip bedeutet, dass du mehrere Schichten Kleidung übereinander trägst, statt nur auf eine dicke Lage zu setzen. Und je nach Bedarf kannst du diese Schichten ablegen. Jede dieser Lagen erfüllt dabei eine bestimmte Funktion:
Die innere Schicht liegt direkt auf der Haut und ist dafür zuständig, Schweiss und Feuchtigkeit vom Körper aufzufangen.
Die mittlere Schicht sorgt für Wärme, indem sie die eigene Körperwärme speichert, zum Beispiel durch Fleece oder Daunen.
Die äussere Schicht schützt dich vor Wind, Regen oder Schnee und hält so die Kälte draussen.
So kannst du deine Kleidung flexibel an wechselnde Wetter- und Bewegungsverhältnisse anpassen – Schicht für Schicht. Das Ergebnis: ein angenehm reguliertes Körperklima, selbst bei Minusgraden und schweisstreibenden Anstiegen.
Basis: Funktionswäsche gegen Kälte und Nässe
Direkt auf der Haut getragen, sorgt Funktionsunterwäsche dafür, dass Schweiss schnell abgeleitet wird. Hier haben sich Materialien wie Merinowolle oder hochwertige Kunstfasern bewährt. Merino ist besonders angenehm zu tragen, isoliert auch in feuchtem Zustand und riecht selbst nach langen Touren nicht unangenehm. Im Winter empfiehlt es sich, ein Funktions-T-Shirt und ein langärmliges Funktionsshirt miteinander zu kombinieren.
Bei uns findest du Baselayer-Oberteile mit Merino- oder HeiQ® Fresh-Technologie, die sich ideal für aktive Wintertage eignen. HeiQ® Fresh wirkt mit einer speziellen Technologie gezielt gegen Schweissgeruch – für ein langanhaltend frisches Tragegefühl.
Auch für die Beine empfehlen sich eine lange Unterhose, Leggins oder Tights aus Merinowolle oder Econyl®. Letzteres ist ein regeneriertes Nylon, das nicht nur nachhaltig ist, sondern sich durch hohe Elastizität und Strapazierfähigkeit auszeichnet. Diese Materialien halten warm, ohne zu überhitzen, und passen sich dank Stretchanteil bequem deinen Bewegungen an.



Die mittlere Schicht: Atmungsaktive Wärme
Auf die funktionale Basisschicht folgt die isolierende Mittelschicht: Sie speichert die Körperwärme und bildet so den wärmenden Kern deiner Kleidung. Besonders gut eignen sich hier ein wärmendes Langarmshirt , eine Fleecejacke und eine zusätzliche leichte Daunenjacke . Wichtig ist, dass die Midlayer nicht nur wärmen, sondern gleichzeitig atmungsaktiv bleiben, um Feuchtigkeit aus der Basisschicht weiterzuleiten. Denn auch im Winter kann es beim Aufstieg oder bei längerer Bewegung schnell warm werden.
Die äussere Schicht: Schutz vor Wind, Regen und Schnee
Die dritte Schicht im Zwiebelprinzip ist deine Wetterschutzschicht. Sie schützt dich zuverlässig vor äusseren Einflüssen wie Wind, Schnee und Regen. Das gelingt am besten mit Hardshelljacken oder Hardshell-Thermojacken, die über eine atmungsaktive Membran verfügen – etwa GORE-TEX® oder Mammuts eigene DRY-Technologien. Diese Jacken halten Nässe draussen, lassen aber gleichzeitig Feuchtigkeit von innen entweichen. So bleibt dein Körper angenehm trocken, auch bei wechselhaftem Wetter oder intensiver Bewegung.
An trockenen, kalten Tagen kann auch eine Softshelljacke ausreichend sein. Sie ist meist etwas elastischer und atmungsaktiver als Hardshell, ideal für dynamische Touren ohne starke Niederschläge. Doch sobald das Wetter ungemütlich wird, greifst du besser zur dreilagigen Hardshell, besonders in alpinem Gelände.
Mehr zur richtigen Wahl deiner Wetterschutzschicht erfährst du in unserem Beitrag Hardshell vs. Softshell .
Die perfekte Wanderhose für Wintertouren
Über der Funktionsunterwäsche kannst du je nach Tour und Wetter eine Softshellhose oder Hardshellhose anziehen. Softshells sind atmungsaktiv, elastisch und angenehm zu tragen – perfekt für kalte, trockene oder leicht feuchte Bedingungen. Hardshellhosen hingegen bieten maximalen Schutz vor Nässe, Wind und tiefem Schnee.
Für besonders verschneite Routen oder Tiefschneepassagen sind Gamaschen eine sinnvolle Ergänzung: Sie werden über dem Schuh und dem unteren Teil der Hose getragen und verhindern, dass Schnee oder Feuchtigkeit von unten eindringen – vor allem beim Stapfen durch ungespurtes Gelände ein echter Vorteil.
Wichtige Accessoires, die den Unterschied machen
Ein grosser Teil der Körperwärme geht über den Kopf verloren, deshalb ist eine gute Mütze beim Winterwandern Pflicht. Ideal sind Modelle aus Fleece oder Merinowolle, die wärmen, aber nicht zur Überhitzung führen. Auch ein Schlauchschal schützt zuverlässig vor Wind und kann bei Bedarf bis über die Nase gezogen werden.
Handschuhe sollten winddicht und gut isoliert sein – Fäustlinge wärmen am besten, aber Fingerhandschuhe bieten mehr Beweglichkeit. Tipp: Ein dünnes Innenhandschuhpaar erlaubt dir bei kurzen Pausen mehr Beweglichkeit, etwa beim Trinken oder Essen, ohne ganz auf Schutz verzichten zu müssen.
Auch wichtig: Socken aus Merinowolle, die trocken und warm halten, ohne zu sehr einzuengen. Und für lange Touren im Schnee gehört ein zweites Paar Socken unbedingt in den Rucksack, falls das erste feucht werden sollte.
Schuhe fürs Winterwandern: Trittsicher durch Schnee und Eis
Gerade beim Winterwandern kommt den Wanderschuhen eine zentrale Rolle zu. Sie müssen nicht nur vor Kälte schützen, sondern auch rutschfest, wasserdicht und robust genug sein, um es mit verschneitem, vereistem oder matschigem Gelände aufzunehmen. Gleichzeitig sollen sie die Füsse nicht einengen, denn nur wenn sich die Zehen noch bewegen können, bleibt es wirklich warm.
Worauf kommt es bei Winterwanderschuhen an?
Isolation: Eine gute Wärmedämmung schützt vor Auskühlung, selbst bei Minusgraden oder längeren Pausen. Viele Winterwanderschuhe setzen auf synthetische Isolierung oder eine Kombination aus Innenfutter und luftdichten Materialien, um die Körperwärme im Schuh zu halten.
Wasserdicht: Nasse Füsse sind beim Winterwandern ein No-Go. Schuhe mit GORE-TEX®-Membran oder vergleichbaren Technologien halten Nässe draussen und sorgen gleichzeitig für ein angenehmes Fussklima.
Sohle mit Grip: Rutschige Passagen, gefrorene Trails oder matschiger Untergrund sind typische Winterbedingungen. Eine profilierte Vibram®-Sohle oder eine ähnliche Hochleistungssohle gibt Halt und verhindert Ausrutschen, auch auf vereisten Flächen.
Knöchelhoher Schnitt: Für besseren Halt und Schutz empfiehlt sich ein mittel- bis hochgeschnittener Schuh, der auch den Knöchel stabilisiert.
Passform & Platz für Socken: Der Schuh sollte so sitzen, dass dickere Wintersocken bequem hineinpassen, mit etwas Luft zwischen Zehen und Schuhspitze. Zu eng geschnürte Schuhe führen schnell zu kalten Füssen.
Du brauchst noch mehr Halt? Wer auf besonders eisigen Wegen unterwegs ist oder in alpiner Umgebung wandert, kann die Griffigkeit mit Spikes, Grödeln oder Steigeisen deutlich verbessern. Sie lassen sich je nach Modell unkompliziert über die Schuhe ziehen und bieten zusätzlichen Halt.
Was gehört beim Winterwandern unbedingt ins Gepäck?
Neben wetterfester Kleidung und den passenden Schuhen spielt auch die richtige Ausrüstung eine entscheidende Rolle, wenn du im Winter draussen unterwegs bist. Denn Kälte, kürzere Tageslichtphasen und wechselhafte Bedingungen stellen andere Anforderungen als Touren im Sommer. Diese Essentials solltest du beim Winterwandern unbedingt dabeihaben:
Rucksack : Ideal mit Hüftgurt und gutem Tragesystem – so bleibt alles griffbereit und bequem zu tragen, auch mit dickerer Kleidung.
Thermosflasche mit heissem Tee oder Suppe: Flüssigkeit ist auch bei Kälte wichtig, und ein warmer Schluck unterwegs wirkt oft Wunder. Auch Snacks wie Müsliriegel, Nüsse oder Trockenfrüchte sind ideale Begleiter für Wandertouren.
Wechselwäsche: Ein trockenes Shirt oder frische Socken im Rucksack schützen vor dem Auskühlen in Pausen oder nach schweisstreibenden Anstiegen.
Trekkingstöcke: Sie bieten nicht nur Stabilität auf verschneiten Wegen, sondern entlasten auch die Gelenke, vor allem bergab.
Erste-Hilfe-Set: Kompakt und wetterfest verpackt – im Winter unverzichtbar, gerade in abgelegenerem Gelände.
LVS-Ausrüstung : Wer abseits gesicherter Wege unterwegs ist, sollte Lawinenverschüttetensuchgerät, Sonde und Schaufel griffbereit haben – und wissen, wie man sie benutzt.
Sonnencreme und Sonnenbrille: Auch im Winter ist UV-Schutz wichtig, besonders bei Schnee, der das Licht reflektiert.
Winterwandern beginnt mit der richtigen Kleidung
Mit dem passenden Schichtsystem bist du für alle Bedingungen gewappnet. Im Winter gilt: Trage lieber mehr Schichten als zu wenige, denn du kannst sie bei Bedarf immer ausziehen. Weitere Informationen zum Thema Wandern, etwa wie man eine ideale Wanderung plant oder wie man den passenden Wanderrucksack wählt, findest du in den Mammut Stories & Guides .


























































































