Klettern
kennt
keine
Grenzen

03/2021

@Adrian Schurter

Adrian Schurter

Isabell Ridder

Beim Klettern bleibt keiner allein. Die Schweizer Organisation ClimbAID hilft Kindern und Jugendlichen, die von Krieg, Armut und Vertreibung betroffen sind. Durch den Outdoorsport gewinnen sie neue Freunde und Perspektiven.  

"In
den
Bergen
ist
es
cool,
ich
klettere
und
sehe
neue
Orte"

Climbaid - Man pointing

Einmal im Jahr organisiert die ClimbAID Familie ein Wochenende zum Bouldern in den Schweizer Bergen. «Ich lerne hier so viele Leute kennen, das macht Spass», sagt Teilnehmer Johannes. Auch Kletterpartner Najib freut sich, «in den Bergen ist es cool, ich klettere und sehe neue Orte», sagt er. Klettern habe er vorher nicht gekannt. «Am Anfang war es schwierig, dann wurde es spannend». Ein unbeschwertes Wochenende erleben, neue Freundschaften knüpfen, Spass haben – für die beiden jungen Männer ist das nicht selbstverständlich. Wie auch für die meisten anderen Teilnehmer nicht.

Photos taken by ClimbAID

Die humanitäre Organisation ClimbAID will mit ihren Kletterprojekten die Entwicklung junger Menschen fördern, die von Krieg, Armut und Vertreibung betroffen sind. Sie möchte sie nach diesen traumatischen Erfahrungen in ihrer Entwicklung unterstützen und ihr Selbstbewusstsein stärken. Gegründet wurde ClimbAID 2016 in der Schweiz. Aktuell laufen vier Projekte. Das Netzwerk MaXI Family integriert Asylsuchende in der Schweiz in die Klettergemeinschaft. In Zürich betreibt ClimbAID den Kletterwürfel im Stadtpark Stadionbrache. Seit 2017 profitieren mehr als 400 Kinder und Jugendliche im Libanon jedes Jahr vom «Climbing For Peace» Kletterprojekt. Dank eines Programmes im griechischen Athen gehen unbegleitete minderjährige Flüchtlinge dort regelmässig mit ClimbAID Mitarbeitenden klettern.

Eine Person beim Bouldern am Fels

Gemeinsamkeiten verbinden: Mammut unterstützt die Projekte von ClimbAID seit August 2020. Beide glauben daran, dass Outdoorsport ein geschütztes Umfeld für einen respektvollen Austausch bietet. Die eigenen körperlichen und geistigen Stärken erleben, die Natur schätzen, den Mitmenschen vertrauen lernen – das steht bei den Klettersessions von ClimbAID im Vordergrund. «Bei uns ist es völlig egal, woher man kommt, was man für eine Geschichte, eine Religion oder einen Aufenthaltsstatus hat», sagt Beat Baggenstos Gründer von ClimbAID. Jeder sei hier Kletterer und gehöre zur Klettercommunity. «ClimbAID ist für mich wie eine Familie», bestätigt Teilnehmer Merih.

"Bei
uns
ist
es
völlig
egal,
woher
man
kommt,
was
man
fĂĽr
eine
Geschichte,
eine
Religion
oder
einen
Aufenthaltsstatus
hat"

Wie positiv der Klettersport die persönliche Weiterentwicklung beeinflusst, hat Beat Baggenstos in den letzten vier Jahren schon oft erlebt: «Mein Ziel war und ist es, Kindern und Jugendlichen die Freude am Klettern nahezubringen und ihnen so zu Erfolgserlebnissen zu verhelfen. Beim Klettern erwerben sie Fähigkeiten, die ihnen auch im Lebensalltag nützen.» Bei diesem Engagement profitieren neben Johannes, Merih und Najib auch zukünftig viele weitere Jugendliche von den Kletteraktionen mit ClimbAID.

Mann beim Klettern