Khan
Tengri:
A
Decision
at
5900
Meters

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Zwei Schweizer Bergsteigerinnen reisen im Sommer 2025 nach Kirgistan: Gentiana Zyba und Sandra Christen. Der Khan Tengri fasziniert sie schon lange - abgelegen, anspruchsvoll, kompromisslos. Gemeinsam mit einer lokalen Bergführerin wählen sie die Nordseite. Doch hoch oben, wenige Meter vor dem Gipfel, stellt sich die alles entscheidende Frage: Riskieren oder umdrehen?

Ein Bericht von Gentiana Zyba und Sandra Christen

Seit Jahren sind wir gemeinsam in den Bergen unterwegs. Nach Expeditionen an Ama Dablam und Alpamayo wollen wir auch den Khan Tengri gemeinsam angehen. 

Der Berg liegt im Grenzgebiet von Kirgistan, Kasachstan und China im Tien Shan - geprägt von schnellen Wetterwechseln und starken Höhenwinden. Der Aufstieg erfolgt über den Nord-Inylchek-Gletscher, wo Teams weitgehend autark unterwegs sind: Zelt, Gas und Verpflegung werden selbst getragen. Entscheidungen lassen sich nicht delegieren.

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“Khan Tengri” wird am 2. Oktober in Luzern im Rahmen eines Events mit Live-Talk mit Gentiana und Sandra gezeigt.

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„Das
Schwierigste
war
nicht
der
Aufstieg
sondern
das
Umdrehen.“

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Camp 3 liegt auf etwa 5900 Metern auf einer kleinen Plattform zwischen dem Chapayev Shoulder und dem Gipfel des Khan Tengri. Auf der einen Seite brechen Wächten über dem Grat ab, auf der anderen fällt das Gelände steil zum Gletscher hinunter. Der Platz ist kaum gross genug für ein paar Zelte.

Hier verbringen wir zwei Nächte. In der ersten Nacht schneit es ununterbrochen. Der Neuschnee drückt gegen das Zelt, immer wieder klopfen wir die Wände frei. Am Morgen liegt eine frische Schicht über dem Lager. In der zweiten Nacht klingelt um ein Uhr nachts der Wecker für den geplanten Gipfelstart.

Der Wind peitscht über den Grat. Böen erreichen bis zu 75 km/h. Schneefahnen ziehen über den Hang, die Sicht wird schlechter.

An Kletterei ist unter diesen Bedingungen nicht zu denken.

Wir warten.

Stunde um Stunde.

Der Gipfel liegt nur wenige Höhenmeter über uns - zum Greifen nah.

Doch genau hier beginnt der schwierigste Teil.

„Am
Berg
trägt
jeder
zuerst
Verantwortung
für
sich
selbst
und
gleichzeitig
für
das
Team.“

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„Die
wichtigste
Entscheidung
einer
Tour
ist
oft
die,
die
niemand
feiern
will.“

Gentiana, was passiert mental in so einem Moment? 

Gentiana: „Der Gipfel wirkt plötzlich machbar - genau das macht es schwierig. Gleichzeitig merkt man, dass die Luft dünn ist und der Kopf langsamer arbeitet. Und trotzdem muss man genau jetzt eine klare Entscheidung treffen.“

Mit jedem weiteren Warten wächst das Risiko: Neuschnee und Sturm verändern die Route, und je länger ein Team im Hochlager bleibt, desto grösser wird die Gefahr, festzusitzen. Weiterzugehen fühlt sich einfacher an. Doch Verantwortung am Berg bedeutet mehr als nur aufzusteigen.

Sandra, warum fällt Umkehren oft so schwer? 

Sandra: „Weiterzugehen fühlt sich oft einfacher an - man folgt der Spur nach oben. Umzukehren kostet mehr, weil man bewusst entscheidet, etwas loszulassen, auf das man lange hingearbeitet hat.“

Am Ende kommen mehrere Faktoren zusammen: Wetter, Wind, Sicht- und die Verantwortung füreinander im Team. Wir entscheiden uns für den Rückzug und steigen noch am selben Tag ins Basecamp ab.

Der Gipfel bleibt.

Vielleicht liegt genau darin eine der wichtigsten Lektionen der Berge: Erfolg im Alpinismus zeigt sich nicht nur im Gipfel, sondern in den Entscheidungen davor.Sandra: „Weiterzugehen fühlt sich oft einfacher an - man folgt der Spur nach oben. Umzukehren kostet mehr, weil man bewusst entscheidet, etwas loszulassen, auf das man lange hingearbeitet hat.“