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15-08-2019 / 14:00

Meine erste Hochtour: Mit der Mammut Alpine School aufs Breithorn

Die Mammut Alpine School bietet diverse Hochtouren für Anfänger an. Da ich schon seit einigen Monaten bei Mammut als Praktikant im Social Media Team arbeite, selber aber noch nie auf einer Hochtour war und unbedingt einen 4'000er besteigen wollte, habe ich kurzerhand die Tour aufs Breithorn gebucht. Für mich eine unglaubliche Erfahrung.

Text: Pascal Kuba
Bilder: Adrian Schurter und Pascal Kuba

Als ich gegen Mittag in Zermatt eintraf, wartete eine fünf-köpfige Truppe plus Bergführer Markus Wey, technischer Leiter der Mammut Alpine School, bereits am Bahnhofsplatz. Nachdem ich mich kurz vorgestellt hatte, ging es auch schon los: Material fassen. Nach einem kurzen Marsch zum Hotel bekamen wir Steigeisen, Eispickel sowie einen Anseilgürtel ausgehändigt. Zusätzlich konnten wir auf Anfrage eine Nordwand Pro Hardshell Jacke ausborgen. Danach ging es weiter in Richtung Talstation Zermatt und per Gondelbahn zur Station Trockener Steg. Von dort aus wanderten wir in steinigem Gelände zur Gandegghütte (3029 m ü. M.), wo wir erstmal unsere Zimmer bezogen.

"Sollten wir uns um unsere Natur nicht besser sorgen?"

Das Wetter meinte es am ersten Tag leider nicht so gut mit uns. Nebelschwaden wurden von einem mässig starken Wind über das Gelände getragen und es herrschte leichter Nieselregen. Nichtsdestotrotz folgte am Nachmittag dann die Einführung im Umgang mit dem Eispickel, Gehen mit Steigeisen und Sicherungstechnik. Dazu gingen wir erstmal auf den Oberen Theodulgletscher. Doch bevor wir dort angelangten, lernten wir auf einem kleinen, schneebedeckten Hang erstmal den richtigen Umgang mit dem Eispickel. Wie hält man diesen richtig in der Hand? In welchen Situationen nützt er mir? Wie handhabe ich ihn, wenn ich ausrutsche oder stürze? All diese Fragen klärte Markus Wey anhand von kurzen Übungen.

Danach zeigte uns Markus wie wir die Steigeisen korrekt montieren und wie wir damit auf gerader Ebene am besten gehen. Dafür marschierten wir ein bisschen auf dem Oberen Theodul- Richtung Unterer Theodulgletscher. Dabei stachen mir vor allem zwei Dinge direkt ins Auge: Zum einen die tiefen, dunklen Gletscherspalten, bei denen mir teilweise ein kalter Schauer den Rücken runter lief, als ich hinunterblickte. Zum anderen erstaunte mich der ganze Müll, der auf dem Gletscher zu finden war wie beispielsweise kaputte Gerüste oder gebrochenes Gestänge, wahrscheinlich aus der Wintersaison. Das gab mir zu denken und machte mich wütend zu gleich. Sollten wir uns um unsere Natur nicht besser sorgen?

Am Unteren Theodulgletscher angekommen, übten wir an einer Steilwand des Gletschers das auf- und absteigen mit dem Steigeisen sowie das Traversieren in steilem Gelände. Einmal hat es mich hingehauen, aber so konnte ich das erste Mal von meinen frischerlernten Kenntnissen Gebrauch machen und mit Hilfe des Eispickels (und Markus Wey) mein Rutschen stoppen.

Mit dem Ende der Übungen endete auch der erste Tag der Hochtour. Als wir wieder bei der Gandegghütte angelangten, gab es erstmal einen Welcome-Drink, offeriert von der Mammut Alpine School. Dieser beinhaltete ein feines Gläschen Weisswein sowie eine Platte voller Bergkäse aus der Schweiz. Danach plauderten wir in der Gruppe über dies und jenes und warteten alle freudig auf das Abendessen. Nachher gingen die Gespräche noch bis zur Nachtruhe um zehn Uhr abends weiter. Etwas früh könnte man sich denken, doch in Anbetracht dessen, dass das Frühstück bereits um sechs Uhr morgens aufgetischt wurde, eine faire Zeit.

Mein Schlaf in dieser Nacht war sehr unruhig. Ich wachte mehrmals ohne Grund auf. Müde war ich zu meinem Erstaunen in der Früh trotzdem nicht. Nachdem der Rucksack gepackt war, ging es ans Frühstücken. Orangensaft, Kaffee, Brot, Croissants, Marmelade, Nutella und Cornflakes standen auf einem kleinen Tisch. Nach dieser Stärkung füllten wir unsere Thermoskannen auf und machten uns zurück zur Station Trockener Steg. War das Wetter am Vortag noch grau und trostlos, so erwartete uns ein wolkenloser Tag mit angenehmen Temperaturen. Die Aussicht war überwältigend: Die Morgensonne ging gerade über Berggipfel auf und dichter Nebel hatte sich im Tal gelegt.

"Der Weg wurde zunehmend steiler und jeder Schritt schwerer."

Mit der Seilbahn fuhren wir dann zur Station Klein Matterhorn (3883 m ü. M.). Von hier aus startete die grosse Mission «Besteigung des Breithorns». Von der Station aus gingen wir ein paar Minuten zum Breithornplateau. Dort seilten wir uns aneinander und begannen die Tour. Die Luft auf dieser Höhe war sehr dünn und kalt. Das machte mir anfangs ein wenig zu schaffen, doch ich fand schnell meinen Rhythmus und stapfte fast roboterartig über den Klein Matterhorngletscher. Nach einer dreiviertel Stunde montierten wir dann die Steigeisen und verkürzten die Seillänge zwischen uns.

Nach einer Tasse Tee ging es dann auch schon wieder weiter. Der Weg wurde zunehmend steiler und jeder Schritt schwerer. Wir liefen an diversen Gletscherspalten vorbei und einmal überquerten wir gar eine kleine aus Schnee und Eis bestehende Brücke, unter ihr nur die schwarze Tiefe. Doch das konnte mich auf meinem Weg aufs Breithorn nicht aus der Ruhe bringen. Mit kleinen Schritten kamen wir unserem Ziel näher. Immer wieder sah ich zum Gipfel hinauf, doch näher wollte er nicht kommen. Der Himmel wurde dafür immer blauer und die Sonne schien mir ins Gesicht. Dann kam uns eine russisch-sprechende Seilschaft entgegen: «Only 20 minutes to the summit», riefen sie uns Mut zu.

Danach sah ich nicht mehr ständig zum Gipfel, sondern setzt nur noch einen Fuss vor den anderen. Schliesslich gelangten wir zu einer Schneewehe, überquerten diese und auf einmal standen wir nach eineinhalb Stunden auf dem Gipfel des Breithorns (4164 m ü. M.). Der Wind bliess uns ins Gesicht, störte uns in diesem Moment aber kein bisschen. Markus Wey zeigte mit seinem Finger auf diverse Berge und nannte uns diese beim Namen. Unter uns der Rest der Welt. Ein majestätisches und atemberaubendes Gefühl. Für uns Anfänger war es ein mühsamer Aufstieg, doch das war schnell vergessen. Nachdem wir noch ein paar Bilder machten, ging es auch schon wieder zurück Richtung Station Klein Matterhorn. Dort genehmigten wir uns noch einen Kaffee, bevor es dann wieder nach Zermatt und von dort nach Hause ging. Insgesamt eine unglaubliche Erfahrung für mich, die definitiv Lust auf mehr macht!

Erfahre mehr über die Mammut Alpine School und die Breithorn Hochtour im Magazin der Alpine School. Lies das Interview mit dem technischen Leiter und Bergführer Markus Wey oder mit dem Bergführer Julian Beermann. Bestell dir dein Magazin hier.

Für die Tour kannst du dich hier anmelden.

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